Tobias Lentzler
                  Freier Kulturjournalist


Herzlich willkommen auf meiner Website!


Ich fühle mich zwischen allen Stühlen am wohlsten. Das war schon immer so. Manche nennen es Universaldilettantismus, andere ein Generalistendasein. Mir persönlich gefällt eine Charakterisierung von Walter Jens am besten: Ein Freund von ihm nannte ihn einmal einen "intellektuellen Zehnkämpfer". Meine Paradedisziplinen sind: Lesen, Schreiben, Moderieren und Forschen. An den anderen arbeite ich noch.


Was mich seit Sommer 2022 am intensivsten beschäftigt, ist meine Dissertation, die ich bei Prof. Dr. Alexander Gallus an der TU Chemnitz über die Hauptkritiker der Gruppe 47 – also Walter Höllerer, Walter Jens, Joachim Kaiser, Hans Mayer und Marcel Reich-Ranicki – schreibe. Mich interessiert, wie (und ob) ihre besondere Rolle als Literaturkritiker zur Erneuerung einer literarischen und politischen Öffentlichkeit in der Bundesrepublik nach 1945 beigetragen hat. Denn trotz der Vielzahl an Publikationen über die Gruppe 47 ist dieses Kapitel einer bundesrepublikanischen Intellectual History noch nicht ausgeleuchtet. Ich werfe in meiner Arbeit außerdem die Frage auf, inwiefern Literaturkritiker als Intellektuelle betrachtet werden können.


Die Rolle von Intellektuellen in unserer Gesellschaft interessiert mich seit vielen Jahren. Eine der Quellen für diese Faszination war eine persönliche Begegnung mit Roger Willemsen im November 2009. Im Rahmen der Initiative "Schüler machen Zeitung" des "Hamburger Abendblatts" hatten wir uns zu einem Gespräch verabredet. Er nahm sich für mich – den damals 16-Jährigen – fast eine Stunde Zeit; und das vor einem Auftritt. Die scheinbare Mühelosigkeit, mit der Willemsen gekonnte Vergleiche aus dem Ärmel schüttelte, landläufige Meinungen gegen den Strich bürstete oder die vermeintliche Trennung von anspruchsvoller und populärer Unterhaltung gekonnt übersprang, hallt bis heute in mir nach. Dieses Treffen war für mich die Initialzündung, das kulturelle Feld genauer zu ergründen. So interviewte ich für meinen Blog kulturlog.com im Laufe der Jahre diverse Kreative und Intellektuelle. Hinzu traten eigene Gesellschaftsbeobachtungen in Form von Essays oder Kommentaren. Ich habe mich mit der Bedeutung von Hoffnung in der Politik beschäftigt, mit der Wirkung der Digitalisierung auf unser Zusammenleben, Zufällen, Nostalgie, aber auch mit Joachim Löw und der Frage, was von seiner Amtszeit als Bundestrainer der Fußballnationalmannschaft bleibt.


Nach meinem Bachelor- und Masterstudium in Philosophie, Politik und Ökonomik mit einem Fokus auf Gerechtigkeits- und Demokratietheorien habe ich fast drei Jahre für die Bertelsmann Stiftung im Bereich Wirksame Bildungsinvestitionen gearbeitet. Neben meiner Dissertation folgte dann zwischen Dezember 2022 und März 2024 eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung in der Programmlinie "Globale Märkte und soziale Gerechtigkeit". Zwischen April und Juni 2024 habe ich im Feuilleton der ZEIT hospitiert. Seit August 2024 bin ich für DIE ZEIT (Print und Online) als freier Autor tätig. Weitere Texte erscheinen in der NZZ am Sonntag, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) und dem Hamburger Abendblatt.


Auch an Universitäten unterrichte ich. Im Sommersemester 2024 habe ich z. B. an der Universität Witten/Herdecke ein Seminar zur Rolle von Intellektuellen in prägenden Debatten der Bundesrepublik nach 1945 angeboten, im Frühjahrstrimester 2025 an der Bucerius Law School einen Kurs zur Intellectual History unterrichtet.


Seit April 2025 moderiere ich für die Gabriele-Fink-Stiftung in der "wunderkammer" des Altonaer Museums das von mir initiierte und konzipierte Format "Gesprächsstoff". Im November 2025 habe ich gemeinsam mit Pascal Mathéus (Buchhandlung Wassermann) den Literatur-und-Kritik-Podcast "Du musst Dein Lesen ändern!" gestartet. 


Wenn Sie meinen Text bis hierhin gelesen haben, danke ich Ihnen. Und ich verbinde diesen Dank schamlos mit Werbung: 

Gerne schreibe ich Essays, Rezensionen oder akademische Aufsätze für Ihr Medium. Und natürlich moderiere ich sehr gerne Ihre Veranstaltung.